Fallstudie: Self-Service Preisschilder sparen Lizenzkosten von 35.000 EUR im Jahr
von Benjamin von Polheim
Ein börsennotierter Markenhersteller mit weltweitem Filialnetz lässt seine Preisschilder in den Stores selbst nach Vorgaben des Global Visual Merchandising erstellen. Der Druck der Schilder erfolgt direkt vor Ort.
Die Ausgangslage
Ein manueller Prozess mit klaren Vorgaben des Fachbereichs. Dieser erstellte PowerPoint-Templates und verteilte sie über das zentrale Intranet an die Stores. Die Store Manager öffneten die Vorlage in ihrer lokal installierten PowerPoint-Version, trugen Artikelbeschreibung, Preis und Sonderaktionen ein und druckten das Schild vor Ort aus.
Der Prozess beinhaltete zwei Schwachstellen: Die Store Manager konnten die Templates frei anpassen und niemand konnte sicherstellen, dass jederzeit die aktuelle Version verwendet wurde.
Für den Fachbereich hieß das: Verantwortung für die einheitliche Darstellung, aber wenig Möglichkeiten diese auch durchzusetzen.
Der Umstieg auf die web-basierte Version von PowerPoint machte diesen Prozess unmöglich, da sich nach Vorgabe des Kunden die Markenschrift in der Web-Version nicht einsetzen ließ.
Die Interimslösung
Intern entstand daraufhin ein pragmatischer Ersatz auf Basis der Microsoft Power Platform. Der Store Manager füllte ein web-basiertes Formular aus und bekam das fertige Preisschild per E-Mail zugeschickt.
Technisch durchaus tragfähig, aber mit drei neuen Nachteilen:
- Zwischen Absenden des Formulars und Erhalt des Preisschilds lag Wartezeit.
- Eine Vorschau gab es nicht. Jede Korrektur bedeutete einen weiteren Durchlauf.
- Für die Nutzung der Power Platform fielen mehr als 35.000 EUR Lizenzkosten pro Jahr an.
Die bessere Lösung
Ich habe den Ansatz umgedreht. Es gab keinen Grund das PDF nachgelagert auf einem Server zu erzeugen. Die Erstellung erfolgt nun direkt im Browser auf dem Gerät im Store.
Der Store Manager wählt die Vorlage, füllt Platzhalter aus und sieht das Preisschild sofort in der integrierten Vorschau. Von dort lädt er es im passenden Druckformat herunter und schickt es an den Drucker im Store.
Die Vorlagen kommen weiterhin aus dem Visual Merchandising. Änderbar sind nur die Inhalte, nicht Schrift, Layout oder Format.
Bereitgestellt wird die Anwendung über das vorhandene Intranet des Kunden.
Das Ergebnis
Die 35.000 EUR jährlichen Lizenzkosten entfallen vollständig. Es kommen keine Server- oder Infrastrukturkosten hinzu.
Wartezeiten und Korrekturschleifen entfallen, ebenso die Suche nach dem aktuellen Template. Beide Schwachstellen im alten Prozess sind damit beseitigt.
Wichtiger für den Fachbereich: Einheitlichkeit ist nun keine Frage der Disziplin mehr. Abweichende und inkonsistente Preisschilder können schlichtweg nicht mehr erzeugt werden, da die Anwendung es nicht zulässt.
Ein kurzes Video-Tutorial des Fachbereichs hat gereicht, damit die Store Manager produktiv arbeiten konnten. Extra Schulungen wurden nicht benötigt.
Ähnliche Konstellation im eigenen Fachbereich? Schreiben Sie mir.